Wie das Programm BITTE WAS?! Jugendliche für eine starke digitale Demokratie fit macht
Im digitalen Raum begegnen junge Menschen täglich Falschinformationen, Abwertungen und aggressiven Debatten. Das Programm „BITTE WAS?! Kontern gegen Fake und Hass“ des Landesmedienzentrums Baden-Württemberg setzt hier mit kreativen Formaten, starker Medienbildung und einem klaren Ziel an: Jugendliche zu sensibilisieren und ihnen Mut zu machen, sich für Fairness, Toleranz und Echtheit online einzusetzen.

Eine Initiative, die dort ansetzt, wo Jugendliche heute stehen
Um Wirkung zu entfalten, spricht das Programm zwei Gruppen gleichzeitig an: junge Menschen selbst sowie Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte. Die Formate der Initiative sind vielfältig und reichen von interaktiven Challenges über Unterrichtsmaterialien bis hin zu Workshops und Aktionstagen.
Die Relevanz ist hoch: Laut JIM-Studie 2025 sind 67 % der Jugendlichen zuletzt Fake News und 61 % Hatespeech begegnet. „BITTE WAS?! stärkt einen problembewussten, verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien“, so das Team hinter der Initiative.
Welche Kompetenzen Jugendliche heute brauchen
In Workshops vermittelt das Programm die Fähigkeiten, die Jugendliche im digitalen Raum dringend benötigen und die von klassischen Unterrichtsformaten oft nicht abgedeckt werden. Dazu gehören:
- Informations- und Recherchekompetenz,
- Reflexions- und Urteilsfähigkeit,
- Umgang mit digitalen Tools,
- Präsentationskompetenz,
- Selbstwirksamkeit
- sowie eine grundlegende Sensibilisierung für Fake und Hass im Netz.
Der Ansatz ist praxisnah: Medienbildung passiert mit, über und durch Medien, bevorzugt kreativ. Wie das Team sagt: „Medienpraktische Zugänge, die Spaß machen, sind zentral“.
Unterrichtsmaterialien der Initiative
Für Schulen, die nach praxistauglichen und leicht integrierbaren Formaten suchen, hält BITTE WAS?! eine Fülle kostenfreier Materialien bereit. Sie sind gemäß Bildungsplan entwickelt, modular aufgebaut und in verschiedenen Fächern und Klassenstufen einsetzbar.

Ein Schwerpunkt ist das neue Materialpaket „Social Media und Demokratie“, das Jugendlichen ermöglicht, Chancen und Risiken digitaler Plattformen kritisch zu reflektieren. Das Paket umfasst:
- Unterrichtsmodule von zwei bis sechs Stunden,
- Leitartikel, Glossar und FAQs zu politischer Meinungsbildung
- und einen Selbstlernkurs für Lehrkräfte zum Informationsverhalten Jugendlicher und der Rolle von TikTok & Co.
Kreativität als Schlüssel: Die #ZeichenSetzen-Challenge
Ein zentrales Element des Programms ist die jährliche #ZeichenSetzen-Challenge. Schüler:innen können mitmachen indem sie kreative Medienprodukte erstellen und digital einreichen.

Baden-Württemberg)
Das Feedback der Schulen sei eindeutig positiv, meinen die Veranstalter:innen:„Der Tag läuft ganz anders ab als ein gewöhnlicher Schultag: Die Schüler:innen arbeiten kollaborativ und projektorientiert und präsentieren am Ende ihr gemeinsames Medienprodukt der Schulgemeinschaft“, heißt es aus dem Team.
Medienkompetenz als Grundpfeiler demokratischer Resilienz
Ein Blick in die Zukunft zeigt: Die Bedeutung des Programms könnte weiter wachsen. Medienkompetenz ist nicht nur eine Schlüsselqualifikation für Teilhabe in einer digitalisierten Welt. Sie ist Voraussetzung dafür, demokratische Prozesse zu verstehen, zu schützen und aktiv mitzugestalten. Die Fähigkeit, Quellen zu prüfen, Hassrede zu erkennen, ihr zu begegnen und den eigenen Standpunkt reflektieren zu können, nimmt dabei eine wichtige Rolle ein.
„Medienkompetenz ist zentral für demokratische Teilhabe“, betont das BITTE WAS-Team. Und macht deutlich: Empowerment im Netz ist ein Gemeinschaftsprojekt.
