Grundlagen Sozialer Arbeit in niedrigschwelligen Settings

Streetwork mit wohnungslosen oder Drogen konsumierenden Menschen, Soziale Arbeit mit Drogenkonsum-mobil-Nutzer:innen oder in der Notunterkunft, mobile Jugendarbeit und Arbeit mit Jugendlichen im Jugend-club – trotz unterschiedlicher Zielgruppen und Settings ähneln sich diese Handlungsfelder Sozialer Arbeit. Die Nähe zur Lebenswelt benachteiligter Gruppen sowie die niedrigschwellige Ansprache und bedarfsgerechte Unterstützung setzen spezifisches Fachwissen sowie umfassende und flexibel gestaltete Methodenkompetenz voraus.
Der Zertifikatskurs möchte Menschen, die bereits bei Trägern der niedrigschwelligen Sozialen Arbeit tätig sind, die Möglichkeit bieten, ihr Grundlagenwissen Sozialer Arbeit zu erweitern. Es geht darum die eigene Tätigkeit im Kontext theoretischer Konzepte Sozialer Arbeit zu reflektieren, methodische Ansätze kennenzulernen und das Fachwissen zur Lebenswelt der Zielgruppe zu vertiefen. Zugleich werden rechtliche Grundlagen zur Arbeit mit Gruppen und Individuen im öffentlichen Raum vermittelt und niedrigschwellige Unterstützungsangebote in Netzwerken Sozialer Arbeit verortet.
Ein besonderer Schwerpunkt des Zertifikatskurses liegt auf dem fachlichen Austausch und der Vernetzung der Teilnehmenden. Sie lernen unterschiedliche Träger und Arbeitsansätze der niedrigschwelligen Sozialen Arbeit in Berlin kennen und setzen sich mit lokalen Strukturen, Kooperationsmöglichkeiten und Schnittstellen auseinander.
Kursaufbau:
- 144 h Kontaktzeit: 16 Tagesseminare in Blockveranstaltungen (Fr-Sa, 112 h), eine Online-Vorlesung im Wintersemester (14 x 1,5 h) sowie Online-Sprechstunden zur Prüfungsvorbereitung (4 h)
- 156 h Selbstlernzeit: Vor- und Nachbereitung der Vorlesung und Blockseminare (bspw. Fallpräsentationen als TN-Leistung), Organisation und Durchführung von zwei Hospitationen, Prüfungen
- Inhalte:
- Lebenswelten verstehen (v.a. Wohnungslosigkeit, Drogenkonsum und Sucht, Gesundheit, Ju-gendphase, Flucht, Straffälligkeit)
- Sozialpädagogische Grundlagentheorien (Lebensweltorientierung & Sozialraumorientierung)
- Methodisches Handeln in niedrigschwelligen Settings (bspw. Aufsuchende Soziale Arbeit, Motivationsarbeit, akzeptierende Drogenarbeit, Deeskalation, Gemeinwesenarbeit, Netzwerkarbeit)
- Hilfenetzwerk und rechtliche Grundlagen (Fokus liegt auf Berlin)
- Haltung und Selbstreflexion (Perspektivwechsel, diskriminierungskritisch, diversitätssensible, Menschenrechtsbezug)
Es liegt ein Fokus auf den besonderen Herausforderungen der Arbeit in niedrigschwelligen Settings bezogen auf Umgang mit psychischen Krisen, Stigmatisierung und Diskriminierung sowie Gewalt- und Kriminalitätsprävention, dem Umgang mit Polizei und mit Nachbarschaften. Beim Hilfenetzwerk wird ein Schwerpunkt auf die Wohnungslosenhilfe, die niedrigschwellige Drogen- und Suchthilfe und die medizinische Versorgung gelegt.
Die Entwicklung des Curriculums und die Umsetzung des Zertifikatskurses finden in Kooperation mit den Trägern Fixpunkt e.V. und Gangway e.V. statt.
Abschluss:
- Zertifikatskurs Grundlagen Sozialer Arbeit in niedrigschwelligen Settings
- 10 ECTS, können bei Aufnahme eines BA Studiums Sozialer Arbeit angerechnet werden
Termine:
Zusätzlich zu den Seminaren finden donnerstags im Wintersemester Online-Vorlesungen (14×1,5h) von 8.30 bis 10.00 Uhr statt.




