Eine spielerische Illustration zu MINT-Fächern

Der MINT-Campus: Eine Lerninfrastruktur aus der Community für die Community

MINT-Bildung lebt von engagierten Menschen, die Bildungsangebote für Schulen und andere Lernorte entwickeln, koordinieren und umsetzen. Gleichzeitig fehlt es gerade diesen Akteur:innen oft an passgenauen, praxisnahen Weiterbildungsoptionen. Hier setzt der MINT-Campus an: Als digitale Lerninfrastruktur aus der Community heraus unterstützt er diejenigen, die MINT-Bildung gestalten, systematisch in ihrer Kompetenzentwicklung. Arne Klauke, Leiter der Geschäftsstelle und Projektleitung des MINT-Campus, hat uns Einblicke in die Entstehung, das Selbstverständnis und die Weiterentwicklung der Plattform gegeben.

Vom Hackathon zur bundesweiten Lerninfrastruktur

Die Ursprünge des MINT-Campus liegen in einem Hackathon, bei dem digitale Lösungen für die MINT-Community entwickelt werden sollten. Eine Gruppe pitchte damals die Idee „MINT-Flix“: eine niedrigschwellige Plattform, auf der MINT-Bildungsanbietende schnell praxisnahes Wissen für ihre tägliche Arbeit finden können. „Aus dieser Idee entwickelte sich zunächst ein tragfähiges Konzept und schließlich ein gefördertes Projekt: der heutige MINT-Campus“, sagt Arne. Das Ziel: „Die MINT-Community dabei zu unterstützen, noch bessere Bildungsangebote zu entwickeln.“

MINT-Campus - Visualisierung auf einem Laptop
Der MINT-Campus will bestehende Initiativen, Netzwerke und Institutionen gezielt in der Kompetenzentwicklung unterstützen (Copyright: MINT-Campus)

Mehr als eine Plattform

Was den MINT-Campus von vielen anderen Angeboten unterscheidet, ist sein Selbstverständnis. Im Mittelpunkt steht nicht die Plattform, sondern ihre Einbettung in reale Bildungsprozesse: „Der MINT-Campus versteht sich nicht als externe Lernplattform, sondern als Teil der MINT-Community selbst“, so Arne. Der Campus sei ein Service- und Infrastrukturangebot, das bestehende Initiativen, Netzwerke und Institutionen gezielt in der Kompetenzentwicklung unterstütze. So werden beispielsweise Workshopleitende im Ganztag didaktisch qualifiziert oder Fachkräfte der Sozialen Arbeit gezielt in MINT-Inhalten weitergebildet. Der MINT-Campus fungiert damit als Rückgrat für bestehende Strukturen, nicht als Konkurrenz zu ihnen.

Alle Lernangebote auf dem MINT-Campus sind kostenfrei. Möglich wird das durch eine Förderung des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Träger des Verbundprojekts sind die matrix gGmbH, der Stifterverband und die Stiftung Kinder forschen.

Lernangebote aus der Praxis für die Praxis

Inhaltlich deckt der MINT-Campus ein breites Spektrum ab: vom spielerischen Einstieg ins Programmieren über verständliche Zugänge zu komplexen Themen wie Quantenphysik bis hin zur fairen Nutzung von KI im Projektalltag. „Ein großer Teil der Inhalte entsteht gemeinsam mit der MINT-Community, denn die Expert:innen aus Praxis und Wissenschaft wissen am besten, welche Kompetenzen tatsächlich benötigt werden.“ Diese sogenannten MINT-Campus-Originale werden als kurze Lernvideos, Mikrokurse oder interaktive Angebote umgesetzt. Ergänzend kuratiert das Team hochwertige Inhalte aus der Community und stellt auch direkt einsetzbare Lernmaterialien für Unterricht und Workshops bereit.

Arne Klauke, Leiter der Geschäftsstelle & Projektleitung MINT-Campus
Arne Klauke, Leitung der Geschäftsstelle & Projektleitung des MINT-Campus (Copyright: MINT-Campus)

Aus dem Feedback der Community sei klar: Besonders gefragt sind Formate, die fachliche Inhalte mit didaktischer Umsetzung verbinden. Genau hier setzt der MINT-Campus laut Arne verstärkt an, etwa bei der pädagogischen Qualifizierung von Multiplikator:innen für den Klimakoffer der LMU, der in mehreren Bundesländern eingeführt werden soll.

Zielgruppe: Wer MINT vermittelt, ist angesprochen

Der MINT-Campus richtet sich an diejenigen, die MINT-Bildung ermöglichen: Fachkräfte in außerschulischen Einrichtungen, Lehrkräfte im schulischen Unterricht, im Vorbereitungsdienst oder im Quereinstieg sowie Projektleitende und Koordinator:innen. Damit adressiert die Plattform eine oft übersehene Zielgruppe: Menschen, die tagtäglich Bildungsangebote gestalten, dafür aber selbst nur begrenzt strukturierte Fortbildungsangebote vorfinden.

Blick in die Zukunft: KI-Integration und Individualisierung

Wie geht es in Zukunft weiter beim MINT-Campus? „In den kommenden Jahren liegt ein besonderer Fokus auf der Integration von KI-Werkzeugen, um individuelle Lernreisen stärker auf unterschiedliche Lernbedürfnisse auszurichten“, sagt Arne. Die Technologie solle unter anderem zur Unterstützung der Content-Erstellung, zur Personalisierung von Lernreisen und zur besseren Berücksichtigung unterschiedlicher Lernbedürfnisse genutzt werden. Geplant sind außerdem Open Educational Badges, um Kompetenzentwicklung transparenter sichtbar zu machen

Mehr Infos findet ihr auf der offiziellen Website des MINT-Campus.

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