Klasse 0: Ein vorschulisches Programm für Kinder mit besonderem Förderbedarf
Der Übergang vom Kindergarten in die Schule ist für viele Kinder ein großer Schritt, für manche aber auch eine enorme Hürde. Sprachliche Unsicherheiten, motorische Entwicklungsverzögerungen oder sozial-emotionale Herausforderungen können den Start in die erste Klasse erschweren. Genau hier setzt das bundesweite Förderprogramm Klasse 0 an, das von #wirfürschule geleitet und von Rossmann gefördert wird. Wir unterstützen das Programm beim Community Management. Unsere Kollegin Nhi Hoang ist hier seit Januar 2026 aktiv und hat uns erzählt, worum es im Projekt ganz konkret geht und welche Rolle eine lebendige Schul-Community für die Initiative spielt.

Frühzeitige Förderung in kleinen Gruppen
Klasse 0 richtet sich an Kinder kurz vor der Einschulung, die besonderen Förderbedarf haben, etwa im Bereich Sprache, sozial-emotionale Entwicklung, Motorik oder grundlegende Lernkompetenzen. Das Programm findet zweimal pro Woche statt und arbeitet bewusst mit kleinen Gruppen von maximal zehn Kindern pro Fachkraft. „So können individuelle Bedürfnisse gezielt berücksichtigt werden“, erklärt Nhi. Ziel sei es, Lernfreude zu stärken und den Übergang in die erste Klasse möglichst positiv zu gestalten. Die Förderung setzt damit nicht erst bei Leistungsdefiziten an, sondern präventiv. Also dort, wo sich Bildungsbiografien früh entscheiden.
Über 100 Schulen, Tendenz steigend
Teilnehmen können Grundschulen aus ganz Deutschland, insbesondere aus Regionen mit erhöhtem Unterstützungsbedarf. Schon jetzt haben über 100 Schulen ihre Teilnahme zugesagt, Tendenz steigend. Damit entsteht ein bundesweites Netzwerk von Schulen, die sich nicht nur fachlich weiterentwickeln, sondern aktiv voneinander lernen. „Klasse 0 ist nicht nur ein Förderprogramm, sondern auch eine Plattform für Austausch“, betont Nhi. Der Vernetzungsaspekt sei zentral für die Qualität und Nachhaltigkeit des Projekts.

8.000 Euro pro Schule im Programm Klasse 0
Die teilnehmenden Schulen erhalten Fördergelder von bis zu 8.000 Euro. Diese fließen insbesondere in:
- zusätzliches pädagogisches Personal
- Fortbildungen
- Lern- und Fördermaterialien
- Aufwandsentschädigungen für Ehrenamtliche
Die Mittel ermöglichen es, die zwei wöchentlichen Förderstunden verlässlich umzusetzen und langfristig im Schulalltag zu verankern. Entscheidend sei, so Nhi, „dass die Lernumgebung der Kinder direkt verbessert und nachhaltige Strukturen aufgebaut werden.“
Austausch als Wirkungsverstärker
Ein zentraler Bestandteil von Klasse 0 ist die systematische Vernetzung der Schulen. Über digitale Sprechstunden, Fortbildungen und Austauschformate teilen die Teilnehmenden Best Practices, Materialien und Erfahrungen. Dieser kontinuierliche Dialog sorgt dafür, dass Konzepte weiterentwickelt und an unterschiedliche Schulkontexte angepasst werden können. Das Programm wirkt damit nicht isoliert, sondern als lernendes System.

Unsere Rolle bei Klasse 0: Community und digitale Infrastruktur
edusiia unterstützt Klasse 0 im Bereich Community Management und digitale Infrastruktur. Wir stellen die Plattform bereit, organisieren die Kommunikation zwischen den Schulen und koordinieren digitale Sprechstunden sowie Fortbildungsangebote. Materialien und Handreichungen werden zentral zugänglich gemacht, damit Schulen schnell und unkompliziert darauf zugreifen können. „Unser Ziel ist es, die Schulen bestmöglich zu unterstützen und den Erfahrungsaustausch zu erleichtern“, sagt Nhi. Die Plattform soll nicht nur Informationen bündeln, sondern echte Verbindung ermöglichen. Damit wollen wir auch die Umsetzung vor Ort stärken.
Wirkung über das Projekt hinaus
Auch Schulen, die nicht direkt am Programm teilnehmen, können von Klasse 0 profitieren. Materialien, Praxisideen und Handreichungen stehen digital zur Verfügung. Öffentliche Webinare und Veröffentlichungen geben Impulse für eigene Förderkonzepte und Schulentwicklungsprozesse. Wir haben dafür einen öffentlich zugänglichen Raum in unserer Community angelegt, dem ihr hier beitreten könnt. Klasse 0 zeigt damit exemplarisch, wie frühzeitige Förderung, gezielte Finanzierung und vernetzte Schulentwicklung zusammenspielen können und wie digitale Community-Arbeit dazu beiträgt, dass gute Ideen nicht isoliert bleiben, sondern wachsen.
